SCOR®

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Herkunft und Erscheinungsjahr

Die erst offizielle Version des Supply Chain Operations Reference-Modell (SCORE®) wurde 1996 von der SCC (Supply Chain Consil), einer nicht gewinnorientierten Organisation aus knapp siebzig weltweit führenden Firmen , entwickelt.

Verwendungszweck

SCOR® dient dem Informationsaustausch zwischen zwei Unternehmen in der Supply Chain. Das SCOR®-Modell beschreibt die unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Prozesse. Es werden die Elemente der Geschäftsprozess-Optimierung, des Leistungskennzahlenvergleich und der führenden Geschäftspraktiken in einem Bezugssystem gebündelt.[1] Das SCOR®-Modell erlaubt es, die Logistikkette vollständig abzubilden. Der vorgelagerte Prozess des Lieferanten kann mit aufgenommen werden und weitet sich bis zum nachgelagerten Prozess des Kunden aus.

Aktuelle Version

Im Dezember 2012 wurde SCOR® in der Version 11 vorgestellt und eingeführt.[2]

Internationale und nationale Verwendung

SCOR® ist weltweit verbreitet und wird bevorzugt in der warenproduzierenden Industrie genutzt. Das Supply-Chain Council, in dem der SCOR® weiter entwickelt wird, besteht aus spezielle Interessengruppen (Luftfahrt, Automotive Chemie, Elektronik) die ihre jeweiligen branchenspezifische Themen mit in die Weiterentwicklung einbeziehen und weiter vertiefen.[3]

Aufbau (mit Beispielen)

SCORE® basiert auf den fünf wesentlichen Supply-Chain Management Prozessen:

  • Planung,
  • Beschaffung,
  • Herstellung,
  • Lieferung und
  • Rückgabe.

Diese finden sich in der höchsten Ebene (Top Level) des SOCR®-Modells wieder.

Die in der zweiten Ebene liegende Konfigurationsebene beinhaltet die drei Prozesskategorien Planungsprozess, Ausführungsprozess und Unterstützungsprozess.

Die dritte Ebene des SCOR®-Modell ist die Gestaltungsebene, in der die einzelnen Prozesselemente beschrieben werden.

Als Implementierungsebene wird die vierte Ebene des SCOR®-Modells beschrieben. In ihr werden von den Unternehmen spezielle Supply-Chain-Managementpraktiken implementiert.[4]

Abbildung 1: Aufbau SCOR

Im SCOR®-Modell lassen sich somit Managementabläufe und Beziehungen unter Standardabläufen modellieren.

In der nachfolgenden Tabelle ist die oberste Ebenden eines SCOR®-Modells mit den jeweiligen Vorgängen, Definitionen, Funktionen und den dafür benötigten Kennzahlen beispielhaft dargestellt

SCOR Vorgang Definition Funktionen Kennzahlen (KPIs)
Plan Vorgänge, die aggregierten Bedarf und Bestand ausgleichen, um einen Handlungsablauf zu entwickeln, der die festgelegten Regeln am besten erfüllt Bestands-bzw. Bedarfsplanung:

Bestand einschätzen (Kategorisierung)

Bedarf priorisieren

Bestand, Verteilung, Produktion, Material und Kapazität für alle Produkte und Beziehungen planen

Planungsinfrastruktur verwalten:

Entscheiden, ob verkauft oder hergestellt wird

Logistikkette konfigurieren

Langzeit-Kapazität und Ressourcen planen

Ein- und Auslaufphase

Verwalten der Erzeugnisgruppe
Bedarfs- und Versandprognosegenauigkeit

Befolgung von Plänen

Umschlagshäufigkeit

Planungszykluszeit
Source Vorgänge, die Güter beschaffen und ein Service, der geplanten und aktuellen Bedarf erfüllt Materialbeschaffung:

Erhalten, untersuchen, herausgeben von Material

Verwalten der Sourcing- Infrastruktur:

Verwalten von Lieferantenkontrakten, Zahlungen, Zertifikation und Feedback

Sourcing-Qualität kontrollieren

Engineer-Komponenten
Lieferantendurchlaufzeiten

Qualität der Materialien

Materialbestand
Make Vorgänge, die Güter in einen fertigen Status bringen, um den geplanten oder tatsächlichen Bedarf zu decken Durchführung der Produktion:

Material bestellen/erhalten

Produkt herstellen/testen

Package/Release d. Produktes

Herstellungsinfrastruktur verwalten:

Ausstattung/Ausrüstung verwalten

Produktionsstatus nachvollziehen

Produktionsqualität kontrollieren

Vorgänge einplanen

Kurzzeitkapazität planen
Produktionskosten

Produktqualität

Umstellungsobjekte

Kapazitätsauslastung
Deliver Vorgänge, die fertige Güter und Services bieten, um den geplanten und den tatsächlichen Bedarf zu decken Bestellverwaltung

Lagerverwaltung

Transportverwaltung

Verteilungsverwaltung
Termingerechter Transport

Termingerechte Lieferung

Erfüllungszeit der Bestellung

Retouren

Tabelle 1: Oberste Ebene SCOR-Modell

Lizenzkosten

Das SCOR®-Modell ist kostenlos und kann mit verschiedener Modellierungssoftware erstellt werden. Für einzelne Dokumentationen (z.B. Benchmark-Daten) und SCOR® Schulungen wird eine kostenpflichtige Mitgliedschaft im Supply-Chain Consil benötig.[5]

Einzelnachweis

  1. Gomes-Bathelt, Marcelo. Marktorientierte Disposition. GRIN, München, 2009
  2. SCC. SCOR 11 Preview (Research Update). Abgerufen am 25. Februar 2013 von http://supply-chain.org/node/18659
  3. PROZEUS. SCOR. Abgerufen am 25. Februar 2013 von http://www.prozeus.de/eBusiness/standards/prozesse/scor/index.html
  4. Lawrenz, Oliver; Hildebrand, Knut; Nenninger, Michael; Hillek, Thomas. Supply Chain Management. Springer, WIesbaden, 2001
  5. PROZEUS. SCOR. Abgerufen am 25. Februar 2013 von http://www.prozeus.de/eBusiness/standards/prozesse/scor/index.html