OPS

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Herkunft und Erscheinungsjahr

Die Grundstruktur des Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) folgt der aus dem Jahr 1978 von der WHO veröffentlichen International Classification of Procedures in Medicine (ICPM). Die deutsche Fassung basiert auf einer Übersetzung und Erweiterung der holländischen ICPM-DE (Dutch Extension) und wurde 1994 in Deutschland vom DIMDI im Auftrag des BMG veröffentlicht. 1995 fand der OPS dann erstmalig Anwendung in der stationären Versorgung. Bis zur Version 2004 wurde er OPS-301 genannt (301 bezieht sich hier auf den Paragraphen 301 des SGB V, der die Anwendung des OPS im stationären Bereich vorschreibt), seitdem wird er nur als OPS weitergeführt. Im Jahr 2005 wurde er dann auch in der ambulanten Versorgung eingeführt. Seine Anwendung erfolgt im stationären Bereich gem. §301 SGB V und im ambulanten Bereich gem. §295 SGB V und bildet somit eine wichtige Grundlage für das pauschalierte Entgeltsystem G-DRG im stationären Sektor und für den EBM im ambulanten Sektor. Desweiteren unterstützt der OPS die Dokumentation für die Qualitätssicherung nach § 137 SGB V.[1][2]

Verwendungszweck

Der OPS ist eine monohierarchische Klassifikation und wird zum Verschlüsseln von Operationen, Prozeduren und allgemein medizinischen Maßnahmen im stationären Bereich und beim ambulanten Operieren eingesetzt. Nach OPS sollen die Maßnahmen verschlüsselt werden, die eine abgeschlossene Maßnahme darstellen und nicht Teil einer Prozedur sind.

Durch die Kodierung nach OPS werden die am Patienten durchgeführten Maßnahmen auf verbindliche, eindeutige Bezeichnungen reduziert. Dabei sind die Kodierrichtlinien des InEK (Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus) zu beachten. Die Kodierung nach OPS dient vorrangig der Leistungsabrechnung im ambulanten und stationären Sektor sowie der Führung von Statistiken, z.B. beim Qualitäsbericht eines Krankenhauses oder der jährlichen Statistik des statistischen Bundesamtes.[3]

Aktuelle Version

Aktuelle Version seit Januar 2018 ist „Version 2018“

Der OPS-Katalog wird jährlich durch ein strukturiertes Vorschlagsverfahren weiterentwickelt und vom DIMDI herausgegeben. Die wichtigsten inhaltlichen Änderungen gegenüber der Vorversion werden in einem Kommentar im Vorspann des systematischen Verzeichnisses vorgestellt, die Änderungen im Einzelnen finden sich in den Aktualisierungslisten. Im Vordergrund steht dabei, den Anforderungen an das DRG-System und der externen Qualitätssicherung gerecht zu werden.

Eine neue Version wird grundsätzlich zum Anfang eines neuen Jahres wirksam, jedoch werden ab etwa Ende August Vorabversionen veröffentlicht, damit Krankenhäuser und Softwarehersteller Anpassungen vornehmen können.

Seit dem 1. Januar 2013 ist der OPS in der Version 2013 anzuwenden. 2010 wurde der OPS erstmals im WHO-Standardformat ClaML (Classification Markup Language) veröffentlicht. [4]

Internationale und nationale Verwendung

Der OPS ist ein nationales Klassifikationssystem. Die WHO arbeitet jedoch seit einigen Jahren an einer internationalen Klassifikation für Gesundheitsinterventionen, ICHI (International Classification of Health Interventions). Darin enthalten sind Interventionen der traditionellen Medizin und Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens. Diese Klassifikation soll für Länder, die bisher keine eigene Prozedurenklassifikation im Einsatz haben, leicht erweiterbar sein und für einen länderweiten Vergleich und statistischen Austausch verwendet werden können.[5]

Aufbau (mit Beispielen)

Der OPS besteht aus einem systematischen Verzeichnis mit einer hierarchisch geordneten Liste der Kodes und ergänzenden Informationen, und einem alphabetischen Verzeichnis mit einer alphabetisch geordneten Liste fast aller in der Systematik verwendeten Operationen und Prozeduren.

Das systematische Verzeichnis enthält in der aktuellen Fassung 6 Kapitel, die den Bereich aller kodierbaren medizinischen Maßnahmen abdecken. Aus historischen Gründen sind manche Kapitelnummern nicht besetzt.

  • Kapitel 1: Diagnostische Maßnahmen
  • Kapitel 3: Bildgebende Diagnostik
  • Kapitel 5: Operationen
  • Kapitel 6: Medikamente
  • Kapitel 8: Nichtoperative therapeutische Maßnahmen
  • Kapitel 9: Ergänzende Maßnahmen

Die Kapitel sind in Gruppen und die Gruppen in Kategorien unterteilt. Die Kategorien enthalten i.d.R. Subkategorien. Kapitel, Gruppen, Kategorien und Subkategorien sind die Klassen der Klassifikation und werden jeweils durch den Klassentitel bezeichnet. Jedem Klassentitel ist ein Kode zugeordnet, der die Klasse eindeutig identifiziert und ihre Position in der Hierarchie wiedergibt.

Ein OPS-Kode hat maximal 6 Stellen. Die erste Stelle bezeichnet die Kapitelnummer, danach folgt, durch einen Bindestrich getrennt, eine dreistellige Folge aus Ziffern und kleinen Buchstaben, die der weiteren Untergliederung gilt. Entweder endet der Kode hier, oder es folgt, durch einen Punkt getrennt, eine oder zwei weitere alphanumerische Stellen.

Abbildung 1: Aufbau OPS

Die ergänzenden Informationen im systematischen Verzeichnis dienen der näheren Information über einzelne Kodes:

  • Inklusivum (Inkl.): beschreibt Teile von Operationen, die im Kode enthalten sind, auch Synonyme und Eigennamen
  • Exklusivum (Exkl.): beschreibt, wann ein Kode nicht anzuwenden ist
  • Hinweis (Hinw.): dient dem näheren Beschreiben eines Kodes
  • Zusatzkennzeichen (<->): Markierung der Kodes, bei denen eine Seitenangabe erforderlich ist, z.B. links (L), rechts (R) oder beidseitig (B)
  • Nicht näher bezeichnet (N.n.bez.): Resteklasse Y, bei unzureichenden Angaben zu einem Eingriff
  • Sonstige Prozeduren: Kode-Ende X, bei Prozeduren die zur Kodeüberschrift passen, aber keinem spezifischen Kode zugeordnet werden können.

Im alphabetischen Verzeichnis ist es möglich, einen Kode nach der durchgeführten Operation oder Lokalisation zu suchen. Er enthält zwei Arten von Verweisen. Die Abkürzung „s.“ für „siehe“ verweist auf Einträge an anderer Stelle, die dort weiter untergliedert sind. Diese Verweise werden hauptsächlich eingesetzt, um den Umfang des Verzeichnisses zu reduzieren. Bei dem Verweis „s.a.“ für „sie auch“ handelt es sich um einen Eintrag, der mit einem Kode versehen ist. Dieser Verweis wird eingesetzt, um doppeldeutige Abkürzungen und Eigennamen zu erklären. Die Abkürzung wird aber auch eingesetzt um auf Listen anderer Einträge hinzuweisen.[6][7]

Lizenzkosten

Die Kosten für den Download der Dateien ist seit dem 1. April 2018 kostenfrei

Einzelnachweis

  1. DIMDI. Basiswissen Kodieren. Abgerufen am 02. Oktober 2013 von https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/downloadcenter/ops/basiswissenkodieren/basiswissen-kodieren-2010.pdf
  2. DIMDI. Klassifikationen, Terminologien, Standards OPS Historie und Ausblick. Abgerufen am 02. Oktober 2013 von http://www.dimdi.de/static/de/klassi/ops/historie/index.htm
  3. DIMDI. Klassifikationen, Terminologien, Standards OPS. Abgerufen am 02. Oktober 2013 von https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/downloadcenter/ops/index.htm
  4. DIMDI. Klassifikationen, Terminologien, Standards ICD-10-GM Vorschlagsverfahren. Abgerufen am 02. Oktober 2013 von http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-gm/vorschlagsverfahren/index.htm
  5. DIMDI. Klassifikationen, Terminologien, Standards OPS Historie und Ausblick. Abgerufen am 02. Oktober 2013 von http://www.dimdi.de/static/de/klassi/ops/historie/index.htm
  6. DIMDI. Basiswissen Kodieren. Abgerufen am 02. Oktober 2013 von https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/downloadcenter/ops/basiswissenkodieren/basiswissen-kodieren-2010.pdf
  7. DIMDI. Klassifikationen, Terminologien, Standards OPS. Abgerufen am 02. Oktober 2013 von https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/downloadcenter/ops/index.htm