OID

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Herkunft und Erscheinungsjahr

Object Identifier OID werden vom DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information) für den Bereich des deutschen Gesundheitswesens vergeben. Das OID-Register für diesen Bereich wird ebenfalls vom DIMDI geführt.[1]

Verwendungszweck

OIDs sind Zahlenketten, die dazu dienen, Objekte wie Institutionen, Klassifikationen, Nachrichten, Dokumente oder Tabellen weltweit eindeutig zu bezeichnen. Sie sind somit Registrierungskennzahlen zur Objektkennung für Informationsobjekte und gewährleisten einen eindeutigen Datenaustausch.

Beim standardisierten Austausch von Informationen mittels Nachrichten oder Dokumenten geht es um die eindeutige Bezeichnung und Benennung von Objekten und Konzepten. Dies gilt insbesondere bei der sektorenübergreifenden Kommunikation. Eine ID deutet auf eine Instanz eines Objektes hin, z. B. eine bestimmte Person wie Patient oder Arzt, eine konkrete Laboruntersuchung oder ein Röntgenbild. OIDs sind weltweit eindeutige Kennzeichnungen für Objekte und sind in ISO/IEC 9834/1 normiert.[2]

Aktuelle Version

Nicht versionisiert.

Internationale und nationale Verwendung

OIDs werden im Bereich Gesundheitswesen zunehmend in der intersektoralen Kommunikation zur eindeutigen Kennzeichnung von Nachrichten und Terminologien, aber auch zur Identifizierung von Kommunikationspartnern eingesetzt. Neueste Entwicklungen im Bereich der Terminologien, wie SNOMED CT, LOINC, ATC oder Alpha-ID, kombiniert mit dem Kommunikationsstandard HL7 V3 und OID ermöglichen die standardisierte Dokumentation von Diagnosen und anderen medizinischen Inhalten und erhöhen damit die Qualität der Patientenversorgung.[3]

Aufbau (mit Beispielen)

Die Datenbank des OID-Systems beinhaltet Informationen zu dem Objekt, die Objektkennung und Angaben zu den verantwortlichen Organisationen und Personen.

Es erfolgt eine Unterscheidung nach:

  • OIDs für Instanzen, z.B. Unternehmen, Institutionen
  • OIDs für Dokumente, z.B. Arztbrief
  • OIDs für Identifikations-Kennungen, z.B. Darstellung einer Heilberufsnummer
  • OIDs für Kodierschemata, z.B. Terminologien oder Klassifikationen[4]

Der beispielhafte Aufbau des OID-Schemas für das deutsche Gesundheitswesen erfolgt folgendermaßen.[5]

Abbildung 1: Beispielhafter Aufbau OID-Schema

Das DIMDI verwaltet die OID 1.2.276.0.76. Sie gibt an, dass es sich um ein Objekt innerhalb ISO (1), Mitglied (2), Deutschland (276), DIN-CERTCO (0), Gesundheitswesen (76) handelt.[6]

Die OID wird in CDA (Clinical Document Architecture) genutzt. Die Architektur für klinische Dokumente basiert auf dem RIM (Reference Information Modell) von HL7 Version 3 und XML.[7]

Lizenzkosten

OID für Organisationen können von allen Organisationen des deutschen Gesundheitswesens beim DIMDI beantragt werden. Grundsätzlich sollte die für die OID zuständige und verantwortliche Organisation die OID registrieren. Daneben werden OID von verschiedenen anderen Institutionen z.B. DIN und Teletrust vergeben. Einmal zugewiesen, wird eine OID niemals zurückgenommen und bleibt ein gültiger Bezeichner für dasselbe Objekt. Es ist jedoch möglich, eine OID als "nicht mehr zu nutzen" zu kennzeichnen.[8]

Einzelnachweise

  1. DIMDI. Klassifiktationen, Terminologien, Standards, UMDNS, Aufbau und Anwendung. Abgerufen am 01. Februar 2013 von http://www.dimdi.de/static/de/klassi/umdns/aufbau.htm
  2. Heitmann, Dr. med. Kai . hl7 Deutschland e.V.. Abgerufen am 04. Februar 2013 von http://www.hl7.de/download/documents/oid-konzept/OIDKonzeptDE-v102.pdf
  3. Johner, Christian; Haas, Peter. Praxishandbuch IT im Gesundheitswesen. Carl Hanser Verlag, München, 2009
  4. Johner, Christian; Haas, Peter, Praxishandbuch IT im Gesundheitswesen. München: 2009.
  5. Johner, Christian; Haas, Peter. Praxishandbuch IT im Gesundheitswesen. Carl Hanser Verlag, München, 2009
  6. DIMDI. Klassifiktationen, Terminologien, Standards, UMDNS, Aufbau und Anwendung. Abgerufen am 01. Februar 2013 von http://www.dimdi.de/static/de/klassi/umdns/aufbau.htm
  7. HL7 Anwendergruppe Österrreich. Abgerufen am 25. Februar 2013 von http://www.hl7.at/index.php?option=com_content&task=view&id=13&Itemid=11
  8. DIMDI. Klassifiktationen, Terminologien, Standards, UMDNS, Aufbau und Anwendung. Abgerufen am 01. Februar 2013 von http://www.dimdi.de/static/de/klassi/umdns/aufbau.htm