LOINC

Aus eCG-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Herkunft und Erscheinungsjahr

LOINC wurde im Jahr 1994 durch das non-profit Regenstrief Institute Indianapolis (USA) entwickelt. Die Nomenklatur entstand aus dem Bedarf des öffentlichen Gesundheitswesens an einer kostenfreien Softwarelösung zum elektronischen Austausch medizinisch-klinischer Informationen.

Verwendungszweck

Es handelt sich um eine Nomenklatur zur eindeutigen Verschlüsselung medizinischer Untersuchungen, insbesondere im Laborbereich.[1] Im Lauf der Jahre wurden Codes für die Bereiche Pflegediagnosen, pflegerische Interventionen und Patientendaten ergänzt.

LOINC übermittelt Befunddaten sowie Untersuchungsergebnisse. Die geschieht im Rahmen eines elektronischen Datenaustauschs und mit Hilfe strukturierter Dokumente (z. B. Clinical Document Architecture in HL7). Die Übermittlung von Daten ist in Klinik, Labor und im ambulanten Bereich realisierbar. Als Anwendungsbeispiel sei hier der VHitG-Arztbrief genannt.

Aktuelle Version

Am 15.12.2017 wurden die Versionen LOINC 2.63 und RELMA 6.22 herausgegeben.

LOINC wird bis heute durch das Regenstrief Institute publiziert und kontinuierlich aktualisiert. Es handelt sich dabei primär um die Datenbank LOINC. Die Inhalte können darüber hinaus mit Hilfe des Regenstrief LOINC Mapping Assistant (RELMA®) abgerufen und verarbeitet werden (z. B. Mapping von Begriffen). Aktuell enthält RELMA eine qualitätsgesicherte deutsche Übersetzung incl. Suchmaske für Begriffe.

Internationale und nationale Verwendung

Laut Regenstreif Institute wird LOINC aktuell in mehr als 150 Ländern eingesetzt. Für Laborbezeichnungen existieren Übersetzungen in diverse Sprachen für die 3800 gebräuchlichsten Begrifflichkeiten.[2] In Deutschland obliegt die Einführung und Koordination von LOINC dem DIMDI. An dieser zentralen Stelle werden Informationen und Ergebnisse zum Thema gesammelt. Ein Ziel ist die Reduktion von Inkompatibilitäten und die Gewährleistung eines Zugangs zur Nomenklatur. Das DIMDI verwaltet darüber hinaus die deutsche Übersetzung der LOINC-Einträge.[3]

Aufbau (mit Beispielen)

Die LOINC-Datenbank gliedert sich in zwei Kategorien: Laboruntersuchungen:

  • Klinische Chemie, Hämatologie, Mikrobiologie, Serologie und Toxikologie, Zellzählungen
  • Medikamente, Drogen, Allergene
  • Antibiotika

Klinische Untersuchungen:

  • Vitalparameter
  • Hämodynamik
  • Beatmungsparameter
  • Wasser- und Elektrolythaushalt
  • Elektrokardiografie
  • Echokardiografie
  • Sonografie in der Geburtshilfe
  • Bildgebende Verfahren in der Urologie
  • Endoskopie etc.

Die Spezifikation eines Ausdrucks in LOINC beinhaltet sechs verschiedene Attribute (Achsen) aus denen letztlich ein Code generiert wird :

  • Komponente (analytisch): Natrium
  • Messgröße: Konzentration des Stoffes
  • Zeitangaben: Zeitpunkt oder Zeitspanne
  • Probenart: Blut, Liquor
  • Skalierung: Quantitativ, ordinal, nominal
  • Messmethode
Abbildung 1: Zusammensetzung des LOINC-Codes

Aktuell genutzte LOINC-Codes können 3-7stellig sein. So lautet beispielsweise der Code für „LDL-Cholesterin: 2089-1.“

LOINC steht im XML-Format zur Verfügung.

Lizenzkosten

Die aktuellen LOINC und RELMA-Versionen bzw. Browser stehen auf der Internetpräsenz des Regenstrief Institutes unter http://loinc.org/ kostenlos zum Download bereit. Die Nutzung ist ebenfalls gebührenfrei.


Einzelnachweis

  1. DIMDI. LOINC. Abgerufen am 07. Februar 2013 von http://www.dimdi.de/static/de/klassi/loinc/index.htm
  2. Regenstrief Institute USA. LOIC Overview. Abgerufen am 07. Februar 2013 von http://loinc.org/faq/getting-started/getting-started/#in-what-languages-are-loinc-relma-and-the-associated-users-guides-available
  3. DIMDI. LOINC. Abgerufen am 07. Februar 2013 von http://www.dimdi.de/static/de/klassi/loinc/index.htm