HL7: Unterschied zwischen den Versionen

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===Ressourcen===
 
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Ein wesentlicher Grundbaustein von FHIR ist die sogenannte Ressource, in der alle Inhalte, die ausgetauscht werden, definiert sind. Ressourcen sind durch folgende charakteristische Merkmale geprägt: ein von Menschen lesbarer Abschnitt, Metadaten, sowie eine gängige Methode diese Ressourcen zu definieren und darzustellen. Mit FHIR werden eine Reihe von Ressourcen geschaffen, mit denen entweder eigenständig oder durch Kombination die Mehrheit der allgemeinen Anwendungsfälle abgedeckt werden können; und der Inhalt und die Struktur der jeweiligen Informationen definiert werden, um eine gemeinsame Nutzung bei der Implementierung zu erreichen <ref> Health Level Seven International. FHIR Overview. Abgerufen von https://www.hl7.org/fhir/overview.html am 28.03.2018 </ref>. 150 entwickelte Ressourcen besitzen eine eindeutige Semantik und können als kleinste Einheit im Vorgang der Informationsübermittlung gesehen werden. Ressourcen, wie zum Beispiel „Patient“, „Procedure“, „Medication“ und „Order“, bestehen im Allgemeinen aus drei definierbaren Abschnitten: Strukturierte Daten, Narrative und Extensions. Ungefähr 80 % der Anwendungsfälle werden durch die strukturierten Daten abgedeckt. Außerdem können sogenannte Extensions verwendet werden, um erweiterte Inhalte darzustellen, die sich außerhalb der typischen Anwendungsfälle ergeben. Überdies können Ressourcen sogenannte „Narrative“ enthalten, die verwendet werden, um Inhalte durch textbasierte, von Menschen lesbare Komponenten darzustellen <ref> HL7 Deutschland e.V., & IHE Deutschland. FHIR. Abgerufen von http://wiki.hl7.de/index.php?title=FHIR#FHIR-Bausteine am 28.03.2018 </ref>.
 
Ein wesentlicher Grundbaustein von FHIR ist die sogenannte Ressource, in der alle Inhalte, die ausgetauscht werden, definiert sind. Ressourcen sind durch folgende charakteristische Merkmale geprägt: ein von Menschen lesbarer Abschnitt, Metadaten, sowie eine gängige Methode diese Ressourcen zu definieren und darzustellen. Mit FHIR werden eine Reihe von Ressourcen geschaffen, mit denen entweder eigenständig oder durch Kombination die Mehrheit der allgemeinen Anwendungsfälle abgedeckt werden können; und der Inhalt und die Struktur der jeweiligen Informationen definiert werden, um eine gemeinsame Nutzung bei der Implementierung zu erreichen <ref> Health Level Seven International. FHIR Overview. Abgerufen von https://www.hl7.org/fhir/overview.html am 28.03.2018 </ref>. 150 entwickelte Ressourcen besitzen eine eindeutige Semantik und können als kleinste Einheit im Vorgang der Informationsübermittlung gesehen werden. Ressourcen, wie zum Beispiel „Patient“, „Procedure“, „Medication“ und „Order“, bestehen im Allgemeinen aus drei definierbaren Abschnitten: Strukturierte Daten, Narrative und Extensions. Ungefähr 80 % der Anwendungsfälle werden durch die strukturierten Daten abgedeckt. Außerdem können sogenannte Extensions verwendet werden, um erweiterte Inhalte darzustellen, die sich außerhalb der typischen Anwendungsfälle ergeben. Überdies können Ressourcen sogenannte „Narrative“ enthalten, die verwendet werden, um Inhalte durch textbasierte, von Menschen lesbare Komponenten darzustellen <ref> HL7 Deutschland e.V., & IHE Deutschland. FHIR. Abgerufen von http://wiki.hl7.de/index.php?title=FHIR#FHIR-Bausteine am 28.03.2018 </ref>.
Ressourcen werden verwendet, um eine Vielzahl von Problemen im sowohl klinischen als auch administrativen Bereich zu lösen. Hierbei handelt es sich um Objekte, die eine bestimmte Menge strukturierter Datenelemente enthalten und durch eine bekannte Identität, zum Beispiel durch eine URL, adressiert werden können. Folgende Elemente sind für Ressourcen definiert: Eine Identität, Metadaten, eine Sprache und Referenzen zu „Implicit Rules“. Die meisten Ressourcen können unter anderem Texte, Erweiterungen oder Datenelemente enthalten. Die folgende Abbildung 2 zeigt die typische Struktur einer Ressource <ref> Health Level Seven International. Base Resource Definitions. Abgerufen von https://www.hl7.org/fhir/resource.html am 28.03.2018 </ref>. Jede Ressource enthält eine Identität, die vom Server zugewiesen wird. Dieses Element ist die sogenannte ID, die innerhalb des Severs für alle Ressourcen desselben Typs eindeutig definiert ist und nach Zuweisung nicht verändert wird. Zusätzlich zur ID enthalten viele Ressourcen ein Element mit der Bezeichnung „identifier“, welches eine bestimmte Art von Kennung beinhaltet und somit die Suche nach bestimmten Datensätzen unterstützt. Zusätzlich zur Identität enthält jede Ressource ein Element mit der Bezeichnung „Meta“, wobei „Meta“ Metadaten beinhaltet. Bei den Metadaten handelt es sich um optionale Elemente, die jedoch in bestimmten Implementierungssituationen oder Kontexten erforderlich sein können. Wie in Abbildung 3 zu sehen ist, sind Metadatenelemente, wie zum Beispiel die Versions-ID „versionID“ oder Angaben über den Zeitpunkt der letzten Ressourcenaktualisierung „lastUpdated“, üblich <ref> Health Level Seven International. Base Resource Definitions. Abgerufen von https://www.hl7.org/fhir/resource.html am 28.03.2018 </ref>.
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Ressourcen werden verwendet, um eine Vielzahl von Problemen im sowohl klinischen als auch administrativen Bereich zu lösen. Hierbei handelt es sich um Objekte, die eine bestimmte Menge strukturierter Datenelemente enthalten und durch eine bekannte Identität, zum Beispiel durch eine URL, adressiert werden können. Folgende Elemente sind für Ressourcen definiert: Eine Identität, Metadaten, eine Sprache und Referenzen zu „Implicit Rules“. Die meisten Ressourcen können unter anderem Texte, Erweiterungen oder Datenelemente enthalten. Die folgende Abbildung zeigt die typische Struktur einer Ressource  
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<div style="float:left;">[[Datei:Resour1.jpeg|400px|thumb||Abbildung 1: Struktur von Ressourcen in FHIR]]</div>
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Abgerufen von https://www.hl7.org/fhir/resource.html am 28.03.2018 </ref>. Jede Ressource enthält eine Identität, die vom Server zugewiesen wird. Dieses Element ist die sogenannte ID, die innerhalb des Severs für alle Ressourcen desselben Typs eindeutig definiert ist und nach Zuweisung nicht verändert wird. Zusätzlich zur ID enthalten viele Ressourcen ein Element mit der Bezeichnung „identifier“, welches eine bestimmte Art von Kennung beinhaltet und somit die Suche nach bestimmten Datensätzen unterstützt. Zusätzlich zur Identität enthält jede Ressource ein Element mit der Bezeichnung „Meta“, wobei „Meta“ Metadaten beinhaltet. Bei den Metadaten handelt es sich um optionale Elemente, die jedoch in bestimmten Implementierungssituationen oder Kontexten erforderlich sein können. Wie in Abbildung 3 zu sehen ist, sind Metadatenelemente, wie zum Beispiel die Versions-ID „versionID“ oder Angaben über den Zeitpunkt der letzten Ressourcenaktualisierung „lastUpdated“, üblich <ref> Health Level Seven International. Base Resource Definitions. Abgerufen von https://www.hl7.org/fhir/resource.html am 28.03.2018 </ref>.
  
 
===Referenzen===
 
===Referenzen===

Version vom 24. Mai 2018, 13:57 Uhr

Health Level 7 V2

Herkunft und Erscheinungsjahr

HL7 ist eine nicht kommerzielle Interessengemeinschaft, die 1987 in den USA gegründet wurde und das Ziel verfolgte, die Interoperabilität der Anwendungssysteme in Krankenhäusern durch Standardisierung von Nachrichten zu erhöhen. Sie entwickelte sich zu einer globalen Organisation, die sich aktuell aus ca. 40 länderspezifischen HL7-Gruppierungen zusammensetzen.[1] In Deutschland ist HL7 durch die 1993 gegründete HL7-Benutzergruppe in Deutschland e. V, die sich seit 2011 "HL7 Deutschland" nennt, vertreten. Die ehemaligen TC-Sitzungen (Technische Komitees) werden nicht mehr alleine von der HL7-Deutschland abgehalten, sondern mit anderen Organisationen im Interoperabilitätsforum, welches mindestens viermal im Jahr stattfindet.[2] Aus diesen Organisationen entwickelte sich der HL7-Kommunikationsstandard Version 2.

Verwendungszweck

Der Gebrauch von HL7 V2 beschränkt sich vorwiegend auf die Anwendung im Krankenhaus. Der Standard wird insbesondere genutzt, um eine Verständigung zwischen dem Krankenhaus-Informationssystem (KIS), Radiologie-Informationssystem (RIS) und Labor-Informationssystem (LIS) herstellen zu können. Der Kommunikationsstandard HL7 V2 befindet sich seit dem Oktober 2007 in der Version 2.8.

Aktuelle Version

Der Kommunikationsstandard HL7 V2 befindet sich seit dem Oktober 2007 in der Version 2.8.[3]

Internationale und nationale Verwendung

National sowie international wird der Kommunikationsstandard HL7 V2 für die standardisierte Verständigung zwischen einzelnen IT-Systeme im Gesundheitswesen genutzt. So lässt sich in Krankenhäusern z.B. das Radiologieinformationssystem mit dem Krankenhausinformationssystem verknüpfen.

Aufbau (mit Beispielen)

Die HL7 V 2 Nachricht nutzt eine eigene textbasieren Architektur, welche aus verschieden Nachrichtentypen, Segmenten und Feldern besteht. Eine Trennung der Segmente wird durch Zeilenumbrüche, die durch (<cr>) eingeleitet werden, erreicht. Die einzelnen Felder werden durch speziell vereinbarte Zeichen (Feldtrenner-Symbole) getrennt. Die Definition des Feldtrenners erfolgt an der vierten Stelle der Hl7 Nachricht, üblicherweise wird hierfür das Zeichen „|“ verwendet.

Weitere wichtige Symbole in der HL7 V2 Nachricht sind:

Symbol Funktion
^= Trennung der Felder in Komponenten
~= Wiederholungstrenner
\= Escape-Symbol
&= Unterteilung von Komponenten in Subkomponenten[4]

Tabelle 1: Wichtige Symbole in der HL7 V2 Nachricht

Nachfolgen werden einige Nachrichtentypen als Beispiel genannt:

  • ADT: Patienten-Stammdaten und Aufenthaltsdaten (Admission, Discharge, Transfer)
  • ORM: Anforderung einer Untersuchung (Order Message)
  • ORR: Antwort auf eine ORM Nachricht (Order Response)
  • [...]

Einzelne Segmente sind z.B.:

  • EVN: Nachrichtenart (Event Type)
  • SH: Nachrichtenkopf (Message Header)
  • OBR: (Observation Request)
  • [...]

Es existieren folgende Trigger-Events:

Trigger-Event Beschreibung
A01 Patientenaufnahme
A02 Patientenverlegung
A03 Patientenentlassung
P01 Patient anlegen/ändern
P03 Finanztranaktion verschicken
R01 Result

Tabelle 2: Trigger-Events HL7

Eine Kombination aus Nachrichtentypen, Segmenten und Trigger-Events ergibt eine HL Version 2-Nachricht, die je nach Spezifikation bestimmte Inhalte zwischen zwei Systemen transportiert (HL7 Deutschland, 2013).

Abbildung 1: Beispiel einer HL7-Nachricht

Abbildung 1 veranschaulicht eine HL7-Nachricht.

Lizenzkosten

Die Organisation HL7 stellt ihren Anwendern die Standards kostenfrei zur Verfügung.

Health Level 7 V3

Herkunft und Erscheinungsjahr

Zur Verbesserung der Schwachpunkte der HL7 Version 2 begann die Organisation die Entwicklung der Version 3 bereits Mitte der neunziger Jahre. [5] Es wurde auf die bereits weit verbreitet XML-Datenstruktur zurückgegriffen. Die Besonderheit an dieser Version ist das gemeinsame genutzte Referenzinformationsmodell (HL7 V3 RIM). Eine weitere bedeutende Erweiterung gegenüber der Version 2 ist der Nutzen von standardisierten semantischen Inhalten und Prozessen, welche für den Gebrauch von IT-Standards nicht typisch sind. 2003 wurde der Standard von dem American National Standards Institute – (ANSI) anerkannt. [6]

Verwendungszweck

HL7 Clinical Document Architecture (HL7 CDA) ist ein Teil des HL7 V3 Standards und ist ein Dokumentenaustauschstandard. CDA ist ein ISO-Standard (ISO 10781). Von verschiedenen Organisationen rund um die Welt sind vereinheitlichte medizinische Dokumentationen entworfen worden, die auf CDA beruhen. Maßgeblich ist dabei die Struktur dieser Dokumente, die vom CDA-Modell vorgegeben und in angemessener Weise auf die Anwendungsfälle zugeschnitten werden. Dabei werden Meta-Daten über das Dokument selbst hochstrukturiert (sprich maschinenauswertbar) im so genannten CDA-Header mitgegeben. Die eigentliche medizinische Dokumentation kann im so genannten CDA-Body strukturiert niedergelegt werden. Hier geht es nicht nur um bloße formale Strukturierung des Textes, sondern auch um Abschnitte mit lesbarem Text (narrativer Teil). CDA basiert auf dem Reference Information Model (RIM) und der Extensible Markup Language (XML). Ein Beispiel für eine HL7 CDA Anwendung in Deutschland ist der elektronische Arztbrief (HL7 Deutschland e.V. , 2012).

Die dritte Version wurde für die Anwendung im klinischen, administrativen sowie finanziellen Bereich konzipiert. Sie wird in Gegensatz zu der Version 2 nicht nur in der Klinik angewendet, sondern soll die Kommunikationsbedürfnisse der gesamten Gesundheitsversorgung abdecken können. Durch die sehr weit verbreitet XML-Datenstruktur ist es möglich, den Standard einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. [7] Der Zugang insbesondere für kleine Firmen wird durch die einfache und mit wenig Kosten verbundene Implementierung erleichtert.

Aktuelle Version

HL7 V3 ist nicht versionisiert.

Internationale und nationale Verwendung

Der in den 90er Jahren noch wenig bekannte Standard entwickelte sich u.a. dank der internationalen Benutzergruppen zu einem Standard, der in Folge auch international verbreitet eingesetzt wurde. HL7 V3 wird in vielen Ländern mittlerweile als offizielle Norm bei offiziellen Ausschreibungen im Gesundheitswesen verlangt.[8][9]

Aufbau (mit Beispielen)

In der Version V3 verwendet HL7 erstmals die weit verbreitet XML- Datenstruktur. Die Basis der HL7 V3 Nachricht ist das Reference Information Models (RIM), welches unter der objektorientierten Programmierung entwickelt wurde. HL7 verwendet Nachrichtenstrukturen (Abstract Message Definition), Darstellungen für die Übertragung (Encoding Rules) und nachrichtenauslösende Ereignisse (Trigger Events). Im RIM werden 70 generische Klassen genutzt (Classes), die einen Bezug zu den nachfolgenden Hauptklassen haben.


Abbildung 2: Aufbau HL7 V3


Die Klasse Entity repräsentiert alle physisch vorkommen Lebewesen und Gegenstände im Gesundheitssystem. z.B. „Person“ (Person) Act beschreibt alle Aktivitäten innerhalb des Gesundheitswesen z.B. „Prozedur“-(Behandlung). Der Kontext der ausgeführten Interaktion (Act) wird in der Klasse Partizipation beschreiben. In der Klasse Role wird die Rolle der Entität definiert, die durch die Partizipation an der Handlung (Act) teilnimmt. In der Klasse Act Relationship werden die Beziehungen zwischen den verschieden Handlungen beschrieben. Die Role Link beschreibt die Beziehungen zwischen Rollen.[10]

Lizenzkosten

Die Organisation HL7 stellt ihre Standards den Anwendern kostenfrei zur Verfügung.


Health Level 7 FHIR

Herkunft und Erscheinungsjahr

Fast Healthcare Interoperable Resources ist ein von der Health Level Seven International gegründeter Standard. Im Zentrum steht die Förderung von Interoperabilität für den Austausch von Informationen im Gesundheitswesen. Aufgrund von Defiziten im Bereich interoperabler Lösungen entstand FHIR im Jahre 2014, um Entwicklern eine Möglichkeit zu bieten, schneller Daten austauschen und abrufen zu können.

Verwendungszweck

Die FHIR-Spezifikation stellt einen Standard für den Austausch von Informationen in einem zunehmend digitalisierten Gesundheitswesen dar. Damit computergestützte Erkennungssysteme, klinische Entscheidungshilfen und andere Verarbeitungssysteme unterstützt werden können, müssen Daten in einer strukturierten und standardisierten Form zur Verfügung stehen.

Aktuelle Version

Im April 2017 erschien FHIR in der Version 3.

Internationale und nationale Verwendung

FHIR kann als eigenständiger Standard benutzt werden, allerdings besteht ebenfalls die Möglichkeit eine kooperative Nutzung mit anderen weit verbreiteten Standards einzugehen. Das Ziel ist es, eine Implementierung zu vereinfachen ohne die Integrität von Informationen zu verlieren, indem bestehende Modelle genutzt werden, um einen leicht zu implementierenden und schlüssigen Mechanismus für den Datenaustausch zwischen Anwendungen des Gesundheitswesens bereitzustellen [11].

Aufbau (mit Beispielen)

Ressourcen

Ein wesentlicher Grundbaustein von FHIR ist die sogenannte Ressource, in der alle Inhalte, die ausgetauscht werden, definiert sind. Ressourcen sind durch folgende charakteristische Merkmale geprägt: ein von Menschen lesbarer Abschnitt, Metadaten, sowie eine gängige Methode diese Ressourcen zu definieren und darzustellen. Mit FHIR werden eine Reihe von Ressourcen geschaffen, mit denen entweder eigenständig oder durch Kombination die Mehrheit der allgemeinen Anwendungsfälle abgedeckt werden können; und der Inhalt und die Struktur der jeweiligen Informationen definiert werden, um eine gemeinsame Nutzung bei der Implementierung zu erreichen [12]. 150 entwickelte Ressourcen besitzen eine eindeutige Semantik und können als kleinste Einheit im Vorgang der Informationsübermittlung gesehen werden. Ressourcen, wie zum Beispiel „Patient“, „Procedure“, „Medication“ und „Order“, bestehen im Allgemeinen aus drei definierbaren Abschnitten: Strukturierte Daten, Narrative und Extensions. Ungefähr 80 % der Anwendungsfälle werden durch die strukturierten Daten abgedeckt. Außerdem können sogenannte Extensions verwendet werden, um erweiterte Inhalte darzustellen, die sich außerhalb der typischen Anwendungsfälle ergeben. Überdies können Ressourcen sogenannte „Narrative“ enthalten, die verwendet werden, um Inhalte durch textbasierte, von Menschen lesbare Komponenten darzustellen [13]. Ressourcen werden verwendet, um eine Vielzahl von Problemen im sowohl klinischen als auch administrativen Bereich zu lösen. Hierbei handelt es sich um Objekte, die eine bestimmte Menge strukturierter Datenelemente enthalten und durch eine bekannte Identität, zum Beispiel durch eine URL, adressiert werden können. Folgende Elemente sind für Ressourcen definiert: Eine Identität, Metadaten, eine Sprache und Referenzen zu „Implicit Rules“. Die meisten Ressourcen können unter anderem Texte, Erweiterungen oder Datenelemente enthalten. Die folgende Abbildung zeigt die typische Struktur einer Ressource

Datei:Resour1.jpeg
Abbildung 1: Struktur von Ressourcen in FHIR
[14]. Jede Ressource enthält eine Identität, die vom Server zugewiesen wird. Dieses Element ist die sogenannte ID, die innerhalb des Severs für alle Ressourcen desselben Typs eindeutig definiert ist und nach Zuweisung nicht verändert wird. Zusätzlich zur ID enthalten viele Ressourcen ein Element mit der Bezeichnung „identifier“, welches eine bestimmte Art von Kennung beinhaltet und somit die Suche nach bestimmten Datensätzen unterstützt. Zusätzlich zur Identität enthält jede Ressource ein Element mit der Bezeichnung „Meta“, wobei „Meta“ Metadaten beinhaltet. Bei den Metadaten handelt es sich um optionale Elemente, die jedoch in bestimmten Implementierungssituationen oder Kontexten erforderlich sein können. Wie in Abbildung 3 zu sehen ist, sind Metadatenelemente, wie zum Beispiel die Versions-ID „versionID“ oder Angaben über den Zeitpunkt der letzten Ressourcenaktualisierung „lastUpdated“, üblich [15].

Referenzen

Viele Elemente von Ressourcen sind Verweise auf andere Ressourcen, sodass wichtige Informationen zu einem Netzwerk verknüpft werden können. Ressourcen enthalten sogenannte interne- und externe Referenzen. Interne Referenzen beinhalten Referenzen, die sich innerhalb der Source Ressource befinden. Externe Referenzen verweisen auf Ressourcen, die sich außerhalb der Source Ressource befinden. Referenzen sind von einer Ressource, einer Quelle, zu einer anderen Ressource, einem Ziel, definiert und werden mit einer literalen URL oder einer logischen Kennzeichnung versehen. Referenzen werden in einer Ressource mit „reference“ (literale Referenz), „identifier“ (logische Referenz) und „display“ (Textbeschreibung des Ziels) dargestellt. Die allgemeine Struktur wird in der folgenden Abbildung 4 dargestellt [16].

Profile

Aufgrund der Tatsache, dass Ressourcen kombiniert werden können und keinen Beschränkungen unterliegen, existieren Profile, die beschreiben, welche Möglichkeiten es gibt, Ressourcen und Extensions zu kommunizieren und zu speichern. Die von HL7 entwickelten Profile können an besonderen Anforderungen, wie zum Beispiel unterschiedliche Gesetzgebungen angepasst werden. Ein Profil kann bestimmte Normen festlegen, die beispielsweise obligatorisch anzugebende Attribute beinhalten oder bestimmen, welche Terminologie verwendet wird [17]. Die große Variabilität zwischen unterschiedlichen Rechtssystemen im Gesundheitswesen macht eine Anpassung an bestimmte Anwendungsfälle notwendig. Regelungen bezüglich der Verwendung von Ressourcenelementen oder der Nutzung von Terminologien können spezifiziert werden. FHIR unterscheidet drei sogenannte „Artifacts“: Implementation Guide (Implementierungsleitfaden), Package (Paket) und Conformance Ressource (Konformitäts-Ressource). Der Begriff Profil wird entweder für ein „Package“ oder ein „Item“ verwendet. Das Profiling selbst beschreibt einen Prozess im Zusammenhang mit dem Erstellen eines Implementierungsleitfadens oder einer Conformance Ressource. Implementierungsleitfaden erweitern in der Regel Ressourcen, Terminologien und application programming interfaces (API), spezifische Anwendungsschnittstellen. Konformitäts-Ressourcen bieten Implementierern die Möglichkeit, getroffene Entscheidungen darstellen und teilen zu können, indem zum Beispiel zusätzliche Operationen oder Suchparameter hinzugefügt werden, die nicht in der Basisspezifikation enthalten sind oder indem die Verwendung einer bestimmten Struktur definiert wird. Insgesamt unterscheidet die CapabilityStatement resource zwei verschiedene Profil-Anwendungen für Ressourcen. Ressourcenprofile werden mit dem Element „CapabilityStatement.rest.resource.profile“ gekennzeichnet. Diese Profile beschreiben allgemeine Funktionen, die vom System für jede einzelne Ressource unterstützt werden. Die zweite Verwendung von Profilen wird mit dem „CapabilityStatement.profile element“ angegeben. Bei diesen Profilen werden die Informationen, die vom System für jeden Anwendungsfall bearbeitet oder erstellt wurden, beschrieben. Ressourcen können grundsätzlich erweitert oder eingeschränkt werden. Dieses Vorgehen wird als "Profiling einer Ressource" bezeichnet und erfolgt mit der "StructureDefinition Resource“. Diese Ressource regelt, wie die Elemente in einer Ressource und wo Erweiterungen in einer Ressource verwendet werden. Eine entscheidende Rolle von Profilen besteht darin, die Kardinalität, also die nähere Beschreibung von Beziehungstypen eines Elements zu ändern. Ein Profil kann die Kardinalität eines Elements innerhalb der Grundstruktur beschränken [18].

Lizenzkosten

Die Organisation HL7 stellt ihre Standards den Anwendern kostenfrei zur Verfügung.

Einzelnachweis

  1. Haas, Peter. Gesundheitstelematik : Grundlagen, Anwendungen, Potenziale. Springer, Berlin, 2006
  2. HL7 Deutschland. HL7. Abgerufen am 25. Februar 2013 von http://www.hl7.de
  3. HL7 Deutschland. HL7. Abgerufen am 25. Februar 2013 von http://www.hl7.de
  4. Haas, Peter; Johner, Christian. Praxishandbuch IT im Gesundheitswesen. Hasner, München, Wien, 2009
  5. Heitmann, Kai. HL7 Wiki. Abgerufen am 25. Februar 2013 von http://wiki.hl7.de/index.php/HL7_V3
  6. Bärwolf, Hartmut; Victor, Frank; Hüsken,Volker. IT-Systeme in der Medizin.Springer, Berlin, 2006
  7. Bärwolf, Hartmut; Victor, Frank; Hüsken,Volker. IT-Systeme in der Medizin.Springer, Berlin, 2006
  8. Heitmann, Kai. HL7 Wiki. Abgerufen am 25. Februar 2013 von http://wiki.hl7.de/index.php/HL7_V3
  9. Bärwolf, Hartmut; Victor, Frank; Hüsken,Volker. IT-Systeme in der Medizin.Springer, Berlin, 2006
  10. Haas, Peter; Johner, Christian. Praxishandbuch IT im Gesundheitswesen. Hasner, München, Wien, 2009
  11. Health Level Seven International (2017e). FHIR Overview. Abgerufen von https://www.hl7.org/fhir/overview.html am 28.03.2018
  12. Health Level Seven International. FHIR Overview. Abgerufen von https://www.hl7.org/fhir/overview.html am 28.03.2018
  13. HL7 Deutschland e.V., & IHE Deutschland. FHIR. Abgerufen von http://wiki.hl7.de/index.php?title=FHIR#FHIR-Bausteine am 28.03.2018
  14. Health Level Seven International. Base Resource Definitions. Abgerufen von https://www.hl7.org/fhir/resource.html am 28.03.2018
  15. Health Level Seven International. Base Resource Definitions. Abgerufen von https://www.hl7.org/fhir/resource.html am 28.03.2018
  16. Health Level Seven International. Resource References. Abgerufen von https://www.hl7.org/fhir/references.html am 28.03.2018
  17. HL7 Deutschland e.V., & IHE Deutschland (2018). FHIR. Abgerufen von http://wiki.hl7.de/index.php?title=FHIR#FHIR-Bausteine am 28.03.2018
  18. Health Level Seven International (2017j). Profiling FHIR. Abgerufen von https://www.hl7.org/fhir/profiling.html am 28.03.2018