HL7

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Health Level 7 V2

Herkunft und Erscheinungsjahr

HL7 ist eine nicht kommerzielle Interessengemeinschaft, die 1987 in den USA gegründet wurde und das Ziel verfolgte, die Interoperabilität der Anwendungssysteme in Krankenhäusern durch Standardisierung von Nachrichten zu erhöhen. Sie entwickelte sich zu einer globalen Organisation, die sich aktuell aus ca. 40 länderspezifischen HL7-Gruppierungen zusammensetzen.[1] In Deutschland ist HL7 durch die 1993 gegründete HL7-Benutzergruppe in Deutschland e. V, die sich seit 2011 "HL7 Deutschland" nennt, vertreten. Die ehemaligen TC-Sitzungen (Technische Komitees) werden nicht mehr alleine von der HL7-Deutschland abgehalten, sondern mit anderen Organisationen im Interoperabilitätsforum, welches mindestens viermal im Jahr stattfindet.[2] Aus diesen Organisationen entwickelte sich der HL7-Kommunikationsstandard Version 2.

Verwendungszweck

Der Gebrauch von HL7 V2 beschränkt sich vorwiegen auf die Anwendung im Krankenhaus. Der Standard wird genutzt, um eine Verständigung zwischen dem Krankenhausinformationssystem (KIS), Radiologieinformationssystem (RIS) und Laborinformationssystem (LIS) herstellen zu können.

Aktuelle Version

Der Kommunikationsstandard HL7 V2 befindet sich seit dem Oktober 2007 in der Version 2.8.[3]

Internationale und nationale Verwendung

National sowie international wird der Kommunikationsstandard HL7 V2 für die standardisierte Verständigung zwischen einzelnen Systemen genutzt. So lässt sich in Krankenhäusern z.B. das Radiologieinformationssystem mit dem Krankenhausinformationssystem verknüpfen.

Aufbau (mit Beispielen)

Die HL7 Nachricht nutzt eine eigene textbasierte Architektur, welche aus verschiedenen Nachrichtentypen, Segmenten und Feldern besteht. Eine Trennung der Segmente wird durch Zeilenumbrüche, die durch (<cr>) eingeleitet werden, erreicht. Die einzelnen Felder werden durch speziell vereinbarte Zeichen (Feldtrenner-Symbole) getrennt. Die Definition des Feldtrenners erfolgt an der vierten Stelle der Hl7 Nachricht, üblicherweise wird hierfür das Zeichen „|“ verwendet.

Weitere wichtige Symbole in der HL7 V2 Nachricht sind:

Symbol Funktion
^= Trennung der Felder in Komponenten
~= Wiederholungstrenner
\= Escape-Symbol
&= Unterteilung von Komponenten in Subkomponenten[4]

Tabelle 1: Wichtige Symbole in der HL7 V2 Nachricht

Nachfolgen werden einige Nachrichtentypen als Beispiel genannt:

  • ADT: Patienten-Stammdaten und Aufenthaltsdaten (Admission, Discharge, Transfer)
  • ORM: Anforderung einer Untersuchung (Order Message)
  • ORR: Antwort auf eine ORM Nachricht (Order Response)
  • [...]

Einzelne Segmente sind z.B.:

  • EVN: Nachrichtenart (Event Type)
  • SH: Nachrichtenkopf (Message Header)
  • OBR: (Observation Request)
  • [...]

Es existieren folgende Trigger-Events:

Trigger-Event Beschreibung
A01 Patientenaufnahme
A02 Patientenverlegung
A03 Patientenentlassung
P01 Patient anlegen/ändern
P03 Finanztranaktion verschicken
R01 Result

Tabelle 2: Trigger-Events HL7

Eine Kombination aus Nachrichtentypen, Segmenten und Trigger-Events ergibt eine HL7 Version 2-Nachricht, die je nach Spezifikation bestimmte Inhalte zwischen zwei Systemen transportiert.

Abbildung 1: Beispiel einer HL7-Nachricht

Abbildung 1 veranschaulicht eine HL7-Nachricht.

Lizenzkosten

Die Organisation HL7 stellt ihren Anwendern die Standards kostenfrei zur Verfügung.

Health Level 7 V3

Herkunft und Erscheinungsjahr

Zur Verbesserung der Schwachpunkte der HL7 Version 2 begann die Organisation die Entwicklung der Version 3 bereits Mitte der neunziger Jahre.[5] Es wurde auf die bereits weit verbreitet XML-Datenstruktur zurückgegriffen. Die Besonderheit an dieser Version ist das gemeinsame genutzte Referenzinformationsmodell (HL7 V3 RIM). Eine weitere bedeutende Erweiterung gegenüber der Version 2 ist der Nutzen von standardisierten semantischen Inhalten und Prozessen, welche für den Gebrauch von IT-Standards nicht typisch sind. 2003 wurde der Standard von dem American National Standards Institute – (ANSI) anerkannt. [6]

Verwendungszweck

Die dritte Version wurde für die Anwendung im klinischen, administrativen sowie finanziellen Bereich konzipiert. Sie wird in Gegensatz zu der Version 2 nicht nur in der Klinik angewendet, sondern soll die Kommunikationsbedürfnisse der gesamten Gesundheitsversorgung abdecken können. Durch die sehr weit verbreitet XML-Datenstruktur ist es möglich, den Standard einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. [7] Der Zugang insbesondere für kleine Firmen wird durch die einfache und mit wenig Kosten verbundene Implementierung erleichtert.

Aktuelle Version

HL7 V3 ist nicht versionisiert.

Internationale und nationale Verwendung

Der in den 90er Jahren noch wenig bekannte Standard entwickelte sich u.a. dank der internationalen Benutzergruppen zu einem Standard, der in Folge auch international verbreitet eingesetzt wurde. HL7 V3 wird in vielen Ländern mittlerweile als offizielle Norm bei offiziellen Ausschreibungen im Gesundheitswesen verlangt.[8][9]

Aufbau (mit Beispielen)

In der Version V3 verwendet HL7 erstmals die weit verbreitet XML- Datenstruktur. Die Basis der HL7 V3 Nachricht ist das Reference Information Models (RIM), welches unter der objektorientierten Programmierung entwickelt wurde. HL7 verwendet Nachrichtenstrukturen (Abstract Message Definition), Darstellungen für die Übertragung (Encoding Rules) und nachrichtenauslösende Ereignisse (Trigger Events). Im RIM werden 70 generische Klassen genutzt (Classes), die einen Bezug zu den nachfolgenden Hauptklassen haben.


Abbildung 2: Aufbau HL7 V3


Die Klasse Entity repräsentiert alle physisch vorkommenden Lebewesen und Gegenstände im Gesundheitssystem. z.B. „Person“ (Person)

Act beschreibt alle Aktivitäten innerhalb des Gesundheitswesen z.B. „Prozedur“-(Behandlung).

Der Kontext der ausgeführten Interaktion (Act) wird in der Klasse Partizipation beschreiben.

In der Klasse Role wird die Rolle der Entität definiert, die durch die Partizipation an der Handlung (Act) teilnimmt.

In der Klasse Act Relationship werden die Beziehungen zwischen den verschiedenen Handlungen beschrieben. Die Role Link beschreibt die Beziehungen zwischen Rollen.[10]

Lizenzkosten

Die Organisation HL7 stellt ihre Standards den Anwendern kostenfrei zur Verfügung

Einzelnachweis

  1. Haas, Peter. Gesundheitstelematik : Grundlagen, Anwendungen, Potenziale. Springer, Berlin, 2006
  2. HL7 Deutschland. HL7. Abgerufen am 25. Februar 2013 von http://www.hl7.de
  3. HL7 Deutschland. HL7. Abgerufen am 25. Februar 2013 von http://www.hl7.de
  4. Haas, Peter; Johner, Christian. Praxishandbuch IT im Gesundheitswesen. Hasner, München, Wien, 2009
  5. Heitmann, Kai. HL7 Wiki. Abgerufen am 25. Februar 2013 von http://wiki.hl7.de/index.php/HL7_V3
  6. Bärwolf, Hartmut; Victor, Frank; Hüsken,Volker. IT-Systeme in der Medizin.Springer, Berlin, 2006
  7. Bärwolf, Hartmut; Victor, Frank; Hüsken,Volker. IT-Systeme in der Medizin.Springer, Berlin, 2006
  8. Heitmann, Kai. HL7 Wiki. Abgerufen am 25. Februar 2013 von http://wiki.hl7.de/index.php/HL7_V3
  9. Bärwolf, Hartmut; Victor, Frank; Hüsken,Volker. IT-Systeme in der Medizin.Springer, Berlin, 2006
  10. Haas, Peter; Johner, Christian. Praxishandbuch IT im Gesundheitswesen. Hasner, München, Wien, 2009