HIBC

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Herkunft und Erscheinungsjahr

Der Health Industry BarCode ist ein weltweiter eindeutiger alphanumerischer Identifikationsstandard insbesondere für Medizin- und Dentalprodukte, aber auch für pharmazeutische Produkte, Röntgenfilme, Chemieprodukte, Dokumente, Gold- und Silbermaterialien, der durch ISO/IEC 15418 definiert ist. Er wurde 1986 von der Non-Profit-Organisation European Health Industry Business Communications Council (ehibcc) speziell für das Gesundheitswesen entwickelt und optimiert. Er beinhaltet die notwendigen Informationen für die gesetzlich erforderlichen Sicherheitspläne und die damit verbundene Rückverfolgbarkeit. HIBC steht für „Health Care Bar Code“, ist aber auch ein Synonym für den Mitgliederverband.[1][2]

Verwendungszweck

Mit dem HIBC lassen sich Produkte und Versandeinheiten in der gesamten Logistikkette weltweit, vom Hersteller, Dienstleister, Handel und Endanwender klar und automatisiert identifizieren und rückverfolgen, was als Tracking und Tracing bekannt ist.. Die Länge der Datensätze ist variabel und hat dadurch den Vorteil für Hersteller und Etikettierer, dass existierende Hersteller- und Artikelnummern ohne Änderung in den HIBC aufgenommen werden können. So ist z.B. die Einbindung der GTIN für Produkte, die bereits eine GTIN tragen, vorgesehen, um Doppeletikettierung zu vermeiden. Des Weiteren sind HIBC-Code und GS1-Codes kompatibel und können vom Scanner im Wechsel gelesen werden.

Im eigenen Unternehmen eignet sich der HIBC für das Inventurenmanagement zur schnellen und effizienten Erfassung der Bestände, zur Chargendokumentation und Verfallsdatumkontrolle. In der Produktion kann er zur Ablaufsicherung durch die automatische Datenerfassung dienen.

Im klinischen Bereich kann der HIBC zur eindeutigen und globalen Unverwechselbarkeit eines Patienten eingesetzt werden, auch in Kombination mit Identifikation seiner Blutgruppe durch Verknüpfung mit dem Standard EUROCODE IBLS. Weiterhin ist der HIBC für eine qualitätsgesicherte Barcodedokumentation bei patientenindividuellen Verpackungen (Unit-dose) geeignet.

Für ganz kleine Flächen wurde aus dem HIBC der UIM-Code (Unique Identification Mark) entwickelt, der im Krankenhaus die Unverwechselbarkeit tausender chirurgischer Instrumente garantiert.[3][4][5]

Aktuelle Version

Nicht versionisiert.

Internationale und nationale Verwendung

Der HIBC hat weltweite Verbreitung in der Medizintechnik, besonders im Bereich der Markierung und Identifikation von vorhandenen Produktreferenzen. Neben Medizinprodukten werden Dentalprodukte zu einem großen Anteil mit HIBC versehen. Dort liegt der Anteil der HIBC-Codes bei über 90%, was sich dadurch begründet, dass der Anwender es vorzieht, nur eine Referenznummer zu handhaben anstelle einer Produktreferenz mit getrenntem Barcode.[6]

Aufbau (mit Beispielen)

Der HIBC Standard unterteilt sich in ein Primär- und ein Sekundärdatensegment:

Unternehmen, die nur minimale Informationen, wie Hersteller- und Artikelnummern, codieren wollen, können sich auf den sogenannten Primärcode beschränken. Alle übrigen Informationen können problemlos ausgelassen werden. Der sogenannte Sekundärcode beinhaltet Angaben wie z.B. zum Verfallsdatum oder zur Seriennummer. In jedem Fall sind alle für notwendig erachteten Informationen an einer Stelle in maschinenlesbarer Form verfügbar. Beide, Primär- und Sekundärteil, ermöglichen die Rückverfolgung auf Losgrößen und Serienebene.


Der Primärcode wird angeführt durch die HIBC-Kennung und abgeschlossen durch die Prüf-ziffer. Die Struktur ist mit 1-18 alphanumerischen Stellen für den Produktcode variabel aufgebaut und lässt die durchgehende Nutzung herstellerspezifischer Kennzeichnungen zu.

Im Sekundärcode werden die folgenden Informationen unter alternativen Darstellungsmöglichkeiten untergebracht:

  • Mengen- und Datum-Feld R: enthält die Daten in entsprechender Kombination und Variation
  • Menge Q: ist eine Option 2-5 stellig
  • Verfalldatum D: in Julianischem Kalender oder MMJJ, JJMMDD, usw.
  • Charge/Losnummer B: optional 0-18 stellig, alphanumerisch
  • Verbindungscharakter L: (zwischen Primär- und Sekundärcode)
  • Prüfziffer C (nach Modulo 43)

Diese oben angeführten Angaben können in verschiedenen Kombinationen, unter Verwendung von Datenidentifikatoren, individuell zusammengestellt und codiert werden. Sie sind durch die spezifizierte Anordnung eindeutig identifizierbar.

Primärcode und Sekundärcode können verkettet werden, so dass beide Datenelemente in einem Symbol untergebracht sind. Dies ist die bevorzugte Schreibweise, die den Artikelcode direkt mit den Rückverfolgungsdaten verknüpft, ohne dass zwei Codes gelesen werden müssen wie das folgende Beispiel verdeutlicht:


Abbildung 1: Aufbau HIBC

Die Datenstruktur beginnt mit dem geschützten Systemidentifikator nach DIN 66403, dem Pluszeichen (+). Es sorgt dafür, dass auch einfach angeschlossene Barcodescanner den Codeinhalt in seiner vollen Struktur sicher und vollständig weitergeben. Der HIBC ist mit der ASC- und GS1-Struktur Teil des Standards „ISO 22742 Linear & two-dimensial symbols for product packaging“. Dabei wird HIBC in der Regel für 3- bis 18-stellige bzw. alphanumerische kompakte Produktcodes und im ASC-Format für diskrete Einzelcodes eingesetzt.

Speziell für die Personenidentifikation dient die Kategorie “H – Human Resources“ der Liste der Datenidentifikatoren ISO/IEC 15418 Teil ASC, die auch für die Patientenidentifikation relevant ist. Anfang 2010 wurde der neue Datenidentifikator “25H - Globally Unique Personal ID” registriert. Dieser ist ideal für die unikate Markierung von Patientenarmbändern, insbesondere wenn diese an verschiedenen Orten und dezentralen System eindeutig identifiziert werden müssen. Die Sequenz mit DI “25H” garantiert nicht nur interne, sondern auch national oder international übergreifende Unverwechselbarkeit. Damit ist es möglich, übergreifend unverwechselbare Personal- und Patientencodes zu generieren, die intern wie extern überschneidungsfrei sind.

Da die HIBC-Datenstruktur symbologie-unabhängig ist, sind alle gängigen Datenträger mit der Empfehlung für den Code 39, Code 128, sowie für Codablock, DataMatrix und QR-Code, geeignet. Auch die Nutzung mittels RFID-Technologie ist möglich. Letzteres ist in den Empfehlungen allerdings noch nicht aufgenommen, da die Normierung noch nicht abgeschlossen ist.

Mit dem modernen HIBC-DATAMATRIX werden alle Lieferdaten mit einem Scan in das System aufgenommen. Dies ermöglicht sichere Produktidentifkation auf kleinstem Raum. Damit sind nicht nur einzelne Produkte sondern ganze Lieferscheine codierbar, was sich in Technologien wie dem Paper-EDI zeigt.

Desweiteren wurde das HIBC-Emblem entworfen, um Anwender graphisch darauf hinzuweisen, dass es sich um einen standardkonformen Barcode mit HIBC-Dateninhalt handelt. Dies ist besonders relevant für den Fall, dass eine Verpackung mehrere Codes trägt.[7][8]

Beispiele:

thumb Abbildung 2 thumb Abbildung 3 thumb Abbildung 4

Abbildung 2: Beispiele Datenträger für HIBC

Lizenzkosten

Um den HIBC Standard nutzen zu können, muss eine kostenpflichtige Mitgliedschaft bei EHIBCC beantragt werden. Die Jahresgebühr richtet sich nach der Firmengröße. Darin enthalten sind der Firmencode (Labeler Identification Code - LIC) nach ISO/IEC 15459, in Europa beginnend mit einem „E“, gefolgt von 3 Stellen, numerisch oder auf Wunsch alphanumerisch, und technische Spezifikationen, Richtlinien und Empfehlungen für Barcode & RFID sowie Zertifikate für bemusterte Codes.[9]

Einzelnachweis