GTIN

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Herkunft und Erscheinungsjahr

Die Global Trade Item Number, ehemals EAN, dient der Produktidentifizierung und wird auf Grundlage der GLN-Basisnummer (Global Location Number) gebildet. Sie stellt somit eine Artikelnummer im weltweiten GS1-Nummernsystem dar.[1] Die Entwicklung erfolgte Anfang der 70er Jahre in den USA durch den Universal Product Code (UPC), der in Europa 1977 in die European Article Number (EAN) erweitert wurde.

Verwendungszweck

Die GTIN wurde für die Verwendung im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung konzipiert und verweist auf die in Computerdateien gespeicherten betriebswirtschaftlichen Informationen, z.B. Bezeichnung, Warengruppierung, Preis, Lieferant, etc. Somit bildet sie den maschinenlesbaren Schlüssel zu diesen Informationen. Mit Hilfe der GTIN werden alle Varianten eines Artikels wie Farbe, Größe und Motiv gekennzeichnet. Aber auch verschiedene Gebindeformen, Sammelverpackungen, Versandpackungen, Standardpaletten, etc. erhalten eine eigenständige GTIN.[2]

Da die GTIN ausschließlich der Produktidentifikation dient, darf sie nur verändert werden, wenn eine tatsächliche Artikeländerung stattgefunden hat. Falls ein Produkt ausläuft oder eine Produktveränderung vorliegt, wird im Regelfall die alte GTIN über 48 Monate für „gesperrt“ erklärt, damit es nicht zu Überschneidungen kommt.[3]

Aktuelle Version

Nicht versionisiert. Die GTIN löst die Bezeichnung European Article Number (EAN 13) ab. Seit dem 1. Januar 2007 ist auch die Internationale Standardbuchnummer (ISBN) mit der GTIN identisch.[4]

Internationale und nationale Verwendung

Durch die GTIN ist eine weltweite eindeutige Identifikation von Produkten über mehrere Stufen der Lieferkette möglich. In mehr als 150 Ländern werden Produkte mit GTIN gekennzeichnet.[5]

Aufbau (mit Beispielen)

Die GTIN folgt einem rein numerischen Aufbau. Sie wird vom Unternehmen eigenständig, auf Basis der GLN vergeben. Folgende Struktur bildet die GTIN ab:

  • Sieben-, acht- oder neunstellige Basisnummer (GLN Typ 2)
  • Darauf folgend entweder fünf-, vier- oder dreistellige individuelle Artikelnummer
  • Prüfziffer.
Abbildung 1: Aufbau der GTIN


In der Regel ist eine GTIN 13-stellig und bietet einem Hersteller somit die Möglichkeit, bei einer siebenstelligen Basisnummer bis zu 100.000 Artikel zu kennzeichnen.[6]

Für physisch kleine Artikel, auf denen die lange Nummer nicht abgebildet werden kann, wird eine 8-stellige Kurznummer generiert. Da die Anzahl dieser Nummern aber begrenzt ist, muss hier ein Nachweis über die Produktgröße erfolgen.[7]

Die acht- oder dreizehnstellige GTIN kann mit dem EAN8- oder dem EAN13-Barcode verschlüsselt werden.[8]

Abbildung 2: Kompatibilität zwischen Nummer, Datenträger und Nachricht

Mit Hilfe von EDI auf Basis des GS1-Nachrichtenformats EANCOM wird die GTIN automatisch elektronisch übermittelt. Alle EANCOM-Nachrichten bauen auf den GTIN-Nummernsystemen auf, so dass die Kompatibilität zwischen Nummer, Datenträger und Nachricht sichergestellt wird. Damit kann der elektronische Datenaustausch mit EANCOM ein ergänzender Baustein sein, um relevante Geschäftsprozesse reibungslos und ohne manuelle Dateneingaben durchzuführen.[9]

Lizenzkosten

Die GLN (vom Typ 2) kann gegen jährliche Lizenzgebühr bei GS1 beantragt werden. Die Generierung von GTINs ist darüber abgegolten. Die Lizenzkosten richten sich nach dem Unternehmensumsatz.

SGTIN (Serialized Global Trade Item Number)

Durch die weltweit eineindeutige Nummernkombination "GTIN plus Seriennummer" und den Nachschlageservice GEPIR von GS1 lässt sich die Authentizität eines Produktes prüfen. Durch die Kombination der GTIN mit einer Seriennummer ergibt sich für jedes individuelle Produkt eine eineindeutige Identifikation. Dadurch wird die Fälschungssicherheit eines Produktes gewährleistet.[10]

Einzelnachweise

  1. Hoppen, Kurt; Kortschak, Prof. Dr. Dr.; Müller, Michael; Weiner, Nico. Prozeus eBusiness-Praxis für den Mittelstand. Abgerufen am 23. Januar 2013 von http://www.prozeus.de/imperia/md/content/prozeus/broschueren/prozeus_identifikationsstandards_2011.pdf
  2. GS1 Germany. Auto-ID-Kompendium. GS1 Germany GmbH, Köln, 2009
  3. PROZEUS. Prozeus eBusinesstandards für den Mittelstand. Abgerufen am 24. Januar 2013 von http://www.prozeus.de/imperia/md/content/prozeus/broschueren/gs1_transportetikett_-_der_gs1-128_barcode_als_schl__ssel_zur_sendungsverfolgung.pdf
  4. Hoppen, Kurt; Kortschak, Prof. Dr. Dr.; Müller, Michael; Weiner, Nico. Prozeus eBusiness-Praxis für den Mittelstand. Abgerufen am 23. Januar 2013 von http://www.prozeus.de/imperia/md/content/prozeus/broschueren/prozeus_identifikationsstandards_2011.pdf
  5. Hoppen, Kurt; Kortschak, Prof. Dr. Dr.; Müller, Michael; Weiner, Nico. Prozeus eBusiness-Praxis für den Mittelstand. Abgerufen am 23. Januar 2013 von http://www.prozeus.de/imperia/md/content/prozeus/broschueren/prozeus_identifikationsstandards_2011.pdf
  6. Hoppen, Kurt; Kortschak, Prof. Dr. Dr.; Müller, Michael; Weiner, Nico. Prozeus eBusiness-Praxis für den Mittelstand. Abgerufen am 23. Januar 2013 von http://www.prozeus.de/imperia/md/content/prozeus/broschueren/prozeus_identifikationsstandards_2011.pdf
  7. GS1 Germany. Abgerufen am 23. Januar 2013. von http://www.gs1-germany.de/gs1-standards/barcodesrfid/ean-barcode/
  8. GS1 Germany. Abgerufen am 23. Januar 2013. von http://www.gs1-germany.de/gs1-standards/barcodesrfid/ean-barcode/
  9. GS1 Germany. Abgerufen am 25. Februar 2013 von http://www.gs1-germany.de
  10. GS1 Germany. Auto-ID-Kompendium. GS1 Germany GmbH, Köln, 2009