EUROCODE IBLS

Aus Standard eCG Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Herkunft und Erscheinungsjahr

Bei dem EUROCODE IBLS (Eurocode International Blood Labeling System) handelt es sich um ein normgerechtes Prüfzeichen für Blutkonservennummern nach ISO 7064. Die Einführung erfolgte 1998 auf Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) von der gleichnamigen Organisation.[1]

Verwendungszweck

Der EUROCODE IBLS dient dazu, Blutkonservennummern vor dem Inverkehrbringen mit einem Prüfzeichen zu versehen. Dadurch sollen Übertragungsfehler bei der Chargendokumentation in der Hämotherapie erkannt und vermieden werden.[2] Ziel ist es, durch Verwendung eines allgemeingültigen Standards den sicheren Austausch von biologischen Materialien, wie z.B. Blutprodukten und Blutzellen, Gewebe- und Organtransplantate zu gewährleisten.[3]

Aktuelle Version

Nicht versionisiert.

Internationale und nationale Verwendung

Der EUROCODE IBLS kommt international zur Anwendung. In Deutschland wird der Code seit 2009 flächendeckend für Blutkonserven eingesetzt. An Produktcodevorgaben für Gewebe, Zellen und Organen wird gearbeitet.[4]

Aufbau (mit Beispielen)

Die Blutkonserve wird mit einer herstellerinternen Konserven-Seriennummer (UPN-Unique Product Identification Number) versehen. Dies geschieht in Eigenkompetenz des Herstellers und stellt eine eindeutige Identifizierung der Konserve innerhalb der Produktion dar. Die Bildung der Konservennummer erfolgt durch die genormte Ziffernabfolge nach EUROCODE IBLS[5]

  • Für die herstellerinterne Konservenseriennummer sind sechs bis zwölf Stellen vorgesehen Diese kann auch Unterscheidungskennzeichen für Folgeprodukte aus derselben Spende und Splitnummern bei gepoolten Produkten enthalten.
  • Für Konserven deutscher Hersteller ist eine neunstellige herstellerinterne Konserven-Seriennummer vereinbart.
  • Bei der Bildung der Konservennummer wird nach EUROCODE IBLS zunächst der dreistellige Ländercode nach ISO 3166 und der dreistellige national vereinbarte Institutscode vorangestellt.
  • Dem numerische Code geht der primäre Identifier „!“ des EUROCODE voraus, dieser dient dazu, dass die folgenden Datenelemente als EUROCODE Elemente erkannt werden und weltweit interpretiert werden können.
  • Ein sekundärer Identifier (Buchstabe) steht für weitere Klassifizierungen, z.B. „!P“ für Produktcode oder „!R“ für Blutgruppe.
  • Die Prüfziffer wird für diese zusammengefasste Ziffernkette nach dem Prüfzeichen-Verfahren MOD 11,10 (nach DIN ISO 7064) berechnet und endständig hinzugefügt.
 ! exclamationmark Primary identifier
ccc 3 digits numeric three-digit country code acc. ISO 3166-1 [5]; the digit in the first position is the secondary identifier for the UPN
iii 3 digits numeric centrecode (national regulation)
nnnnnn 6-12 digits numeric (national regulations) consecutive product number (including flags and check character)

Tabelle 1: Aufbau EUROCODE IBLS

Die so gebildete Ziffernkette, einschließlich der Prüfziffer, ist die für das Inverkehrbringen extern maßgebliche Konservennummer.[6]

Durch Verwendung von Barcodes wird die Zuverlässigkeit und die schnelle Handhabung gewährleistet. Der EUROCODE IBLS kann im Barcodeformat 128, DataMatrix oder RFID abgebildet werden. Alle im Barcode enthaltenen Informationen müssen in der Nähe des Barcodes menschenlesbar dargestellt werden.[7]

Lizenzkosten

Die rechtliche Voraussetzung für die Nutzung der Datenstrukturen durch Hersteller von Blutprodukten ist die Mitgliedschaft im Eurocode e.V. Dabei fallen in Abhängigkeit von der Größe des Blutspendedienstes unterschiedliche Kosten an (jährlich< 50.0000 = 50 € und > 50.000 = 100 €).[8]

Einzelnachweis

  1. Roos, Dieter; Kardoeus, Joachim. Eurocode. Abgerufen am 05. Februar 2013 von http://www.eurocode.org/guides/index.html
  2. Roos, Dieter; Kardoeus, Joachim. Eurocode. Abgerufen am 05. Februar 2013 von http://www.eurocode.org/guides/index.html
  3. EROCODE IBLS e.V. Abgerufen am 06. Februar 2013 von http://www.eurocode.org/guides/structures/EurocodeTechnicalSpecification-2-0-0.pdf
  4. Knels, Dr. med. Dr.;Med. Univ. Pécs Ralf. drk-haemotherapie. Abgerufen am 06. Februar 2013 von http://www.drk-haemotherapie.de/data/ausgabe_12/beitraege/eindeutige_identifikation_von_blutprodukten_12_09.pdf
  5. Roos, Dieter; Kardoeus, Joachim. Eurocode. Abgerufen am 05. Februar 2013 von http://www.eurocode.org/guides/index.html
  6. Roos, Dieter; Kardoeus, Joachim. Eurocode. Abgerufen am 05. Februar 2013 von http://www.eurocode.org/guides/index.html
  7. EROCODE IBLS e.V. Abgerufen am 06. Februar 2013 von http://www.eurocode.org/guides/structures/EurocodeTechnicalSpecification-2-0-0.pdf
  8. Knels, Dr. med. Dr.;Med. Univ. Pécs Ralf. drk-haemotherapie. Abgerufen am 06. Februar 2013 von http://www.drk-haemotherapie.de/data/ausgabe_12/beitraege/eindeutige_identifikation_von_blutprodukten_12_09.pdf